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Herbst auf’m Tennisplatz (Gedicht)

Wenn die Herbststürme über die Plätze fegen, das Laub trocken über den Boden raschelt, wenn noch ein paar Bälle hin- und her geschlagen werden: dann kündigt sich der Winter an, die Hallensaison beginnt. Und wieder ist ein Jahr um.

−Helmut B.

Herbst auf’m Tennisplatz

Der Herbst legt Ruhe auf die Tennisplätze,
Laub weht die Linien entlang.
Kaum mehr Sand auf roter Flur.
In allen Bäumen Abgesang,
sechs Felder und zwei Rentner nur
im Kampf um Spiele und um Sätze.

Was ist bloß los,
du spielst famos,
1,2,3,4,
alle Bälle bei mir.

Die Sonne wärmt mit allerletzten Strahlen,
paar schlappe Hummeln werden wach,
roter Staub auf gelbem Ball,
grünes Grün grünt nur noch schwach,
feuchtkalte Luft schluckt Ruf und Schall,
die Rentner trotzen stumm den Qualen.

Was ist mit dir,
du zeigst es mir,
1,2,3,4,
alle Punkte bei dir.

Verhallt und fort ist, was die Sportler riefen,
der Winter kühlt den Boden aus.
Wer die Kampfeslust nicht fühlt.
bleibt jetzt abends brav zu Haus
und spürt: bis hoch ins Alter wühlt
die Lust auf Tennis in den Tiefen.
Schon liegt der Frost am Morgen auf den Plätzen,
am Himmel machen Wolken bang,
der Winter bringt uns aus der Spur,
ein Käuzchen streicht die Hecke lang.
Alle gehen jetzt „in Kur“,
wie werden wir den Frühling schätzen!

Herbst auf’m Tennisplatz