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Schimäre

Oh Traum! Erscheint frech ein Wesen, ein Traumgebilde eben, und versucht, den Platz neben mir im Ehebett zu erobern... letzten Endes keine Chance.

−Helmut B.

Schimäre

Aus tiefem Schlummer grüßetet
Der Alte, der dich missetet –
Der eifrig von dir träumete
Den Platz im Bett dir räumete –
Und träumt, dass du es wüssetest
Wie du am besten küssetest –
Wie Leidenschaft sich schriebelei
Im Manuskript der Liebelei.

Als ich den Platz ihr räumete
War mir erst klar: mir träumete, –
Der zweite Platz hier neben mir
Gehört nur dir – und mir.

Wie toll sie uns betöreten
Die Seufzer, die wir höreten,
Wie Seidenwäsche raschelte
Wenn ich nach Bändern haschelte,
Es rauschen Reißverschlüsselchen
Eröffnen uns Genüsselchen
Bis wir ganz wie die Trunkenen
Endgültig hingesunkenen.

Als ich den Platz ihr räumete
War mir erst klar: mir träumete, –
Weil hier in unserm Ehebett
Spieln du und ich Duett.

Ach, wie ich dich verführete
Dein Fell an meinem spürete, –
Entfesselte Ekstasien:
Toben, schwelgen, rasien, –
In deinen Haaren wühlien,
Mich noch begehrter fühlien, –
Vom Kopf bis zu den Zehe-en
Deine Paradiese sehe-en. –

Als ich den Platz ihr räumete…

O Glück, an deinen Lippien
Spät in der Nacht zu nippien,
Mit Kopf und Händen kreiselen
Den Rücken zart zerbeißelen,
Verzückt entrückt zu lächelchen
Bei all den schönen Sächelchen,
Ach, welche Paradiesien
Wirst du mir noch erschließien? –

Als ich den Platz ihr räumete,
Gottseidank: mir träumete,
Denn hier in unserm Ehebett,
Spieln wir perfekt Duett.

Schimäre